Gedenkkugel

Gedenkkugel 2015
Gedenkkugel 2015

----- Mai 2018 -----

Liebe FreundInnen, Lesben und Unterstützer*innen, zum Stand der Dinge:

Nachdem im März 2018 Hr Morsch, Hr Lutz, Hr Zinn und noch 2 weitere Vertreter vom LSVD ohne Beteiligung der Initiative einen neuen Vorschlag für die Inschrift verfasst hatten, hat die Initiative den Antrag erneut gestellt. Das Umlaufverfahren, das Hr Morsch eingeleitet hatte, wurde ausgesetzt.

Zur Zeit wird sich um die Inschrift gestritten. Die Initiative wünscht sich eine Inschrift, die aus einer Haltung entsteht, ein würdiges Gedenken und Erinnern für die lesbischen Frauen, die verfolgt und ermordet wurden, möglich zu machen. Eine Inschrift, die die lesbischen Frauen in den Mittelpunkt rückt. Nicht eine Inschrift, aus der die Haltung spricht, dem kleineren Übel zuzustimmen, wenn man es schon nicht verhindern konnte.

Obwohl die Gedenkkugel immer noch nicht genehmigt ist und es manchmal scheint, als gäbe es gar keine Bewegung, gibt es auch Erfolge:
Es gibt breite Unterstützung für den Wunsch, den lesbischen Frauen im ehemaligen KZ Ravensbrück zu gedenken und selbst der Beirat hat jetzt dem Anliegen zugestimmt.
Die besondere Situation von Lesben im Nationalsozialismus und im KZ ist in den Fokus gekommen und auch Verfolgung in dem Zusammenhang neu betrachtet und diskutiert worden. Wissenschaftlerinnen und Aktivistinnen sind ins Gespräch und zum gemeinsamen Handeln gekommen. Patriarchale Strukturen wie z.B. die im LSVD Berlin/Brandenburg werden hinterfragt. Die Gedenkkugel hat auch das Thema Sichtbarkeit von Lesben wieder mehr in die Öffentlichkeit gebracht.

Allerdings ist es ein wirklich langer zäher Prozess einen Gedenkort einzurichten.
Kein anderer Antrag für den neuen Gedenkort wurde so lange verhandelt. Und dieses Anliegen geht bis in die 80ger Jahre zurück.

Inschrift (Hr Morsch, Hr Lutz, Hr Zinn und noch 2 weitere Vertreter vom LSVD ohne Beteiligung der Initiative)

„Unter den Häftlingen aller Verfolgtengruppen, die zwischen 1939 und 1945 im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert waren, befanden sich auch lesbische Frauen. Wir gedenken den von der SS Ermordeten und Gequälten. Datum, Stifter“.

Inschrift (Initiative Autonome Feministische Frauen und Lesben aus Deutschland und Österreich)

In Gedenken aller lesbischen Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark. Lesbische Frauen galten als „entartet“ und wurden als „asozial“, als widerständig und ver-rückt und aus anderen Gründen verfolgt und ermordet.
Ihr seid nicht vergessen!

GEDENKKUGEL bei Facebook

Gedenkkugel für die ermordeten lesbischen Frauen im Frauen-KZ Ravensbrück

----- November 2017 -----
Liebe FreundInnen, Lesben und Unterstützer*innen


inzwischen hat sich seit dem Start unseres Antrags im Sommer 2016 viel getan. Wir werten das große Interesse und die Unterstützung als Bestärkung, den Weg weiter zu gehen.

Eure Unterschriften, die Einladung zum Symposium in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück im April 2017, sowie zur Ausstellungseröffnung im Schwulen Museum* im Juli 2017 und zuletzt im Oktober 2017 zu der EL*C (European Lesbian* Conference) in Wien bestärken unseren Willen, trotz massivem patriarchalem Gegenwind weiter als Initiative für eine Gedenkkugel zu streiten.

Der Beirat und die Fachkommission der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte haben die Entscheidung über den Verbleib der Gedenkkugel bisher mehrmals verschoben.
Einzelne Entscheidungsträger, insbesondere der Vertreter der Homosexuellen, bestehen auf einer Ablehnung der Gedenkkugel mit dem Argument, es habe keine Verfolgung und keine Häftlingskategorie “Lesben” gegeben.

Die nächste Entscheidung wird am 24. November 2017 diskutiert.

Deshalb bitten wir erneut um eure Unterstützung.
Bitte schreibt Protestbriefe bis zum 15. November 2017 an den

Internationaler Beirat,
in Person als Vorsitzenden Thomas Lutz, info[at]stiftung-bg.de,und die
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätte,
in Person Prof. Dr. Günther Morsch, info[at]gedenkstätte-sachsenhausen.de,
dass ihr den dauerhaften Verbleib der Gedenkkugel (weiterhin) unterstützt.
Bitte schickt eine Kopie an: gedenkkugel[at]gmx.de

Hier eine Vorlage:

Sehr geehrter Hr. Thomas Lutz,
Sehr geehrter Hr. Günther Morsch
Sehr geehrte Damen und Herren,


wir fordern Sie als Beirat sowie als Vertretung der Homosexuellen auf, die Lebensrealitäten von lesbischen Frauen und Mädchen, patriarchale Machtverhältnisse und Verfolgungsstrukturen gegen lesbische Lebensweisen während des Nationalsozialismus bei Ihrer Entscheidung mit zu berücksichtigen. Es ist im Sinne einer wissenschaftlichen und politischen Auseinandersetzung notwendig, eine Definition von Verfolgung, die sich ausschließlich an den von den Nationalsozialisten geschaffenen Häftlingskategorien orientiert, zu hinterfragen und intersektional zu erweitern.

Ich setze mich/Wir setzen uns dafür ein, dass mit der „Gedenkkugel“ endlich ein sichtbares Zeichen und ein Ort in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück geschaffen wird, an dem die Verfolgung und Ermordung von lesbischen Frauen, und jenen, denen es nachgesagt wurde, sichtbar wird und ihnen gedacht werden kann.


Deshalb unterstütze/n ich/wir eine Gedenkkugel mit der folgenden Inschrift:

Im Gedenken aller lesbischen Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark. Lesbische Frauen galten als „entartet“ und wurden als „asozial“, als widerständig und ver-rückt und aus anderen Gründen verfolgt und ermordet. Ihr seid nicht vergessen!“


----- November 2016 -----

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Noch ist es nicht entscheiden, ob die Gedenkkugel einen festen Platz am "neuen Gedenkort" in Ravensbrück bekommt. Die Gremien haben die Entscheidung weiter verschoben.Bis dahin haben die ersten beiden Kugel einen Ort im Lesbenarchiv und Bibliothek Spinnboden (Berlin) und im Schwulen Museum (Berlin) gefunden.

Neuer Entscheidungstermin:November 2017

Bitte um Unterstützung für ein Denkmal für die verfolgten und ermordeten lesbischen Frauen und Mädchen im ehemaligen KZ Ravensbrück

Im Rahmen der 70. Jahresfeier zur Befreiung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück, des Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen in der Uckermark und des Männerla-gers haben wir einen Mahn- und Gedenkstein für die ermordeten Lesben in Ravensbrück niedergelegt. 

Wir sind eine Gruppe feministischer Frauen und Lesben, die seit Anfang der 90er Jahre an den Gedenkfeiern in Ravensbrück teilnehmen – und auch sonst unser politisches Engagement teilen. In drei aufeinander folgenden Jahren haben wir Veranstaltungen zum Thema „Verfolgung von lesbischen Frauen im Nationalsozialismus“ - Information, Austausch und Gedenken in der Gedenkstätte Ravensbrück durchgeführt. Wir folgen damit dem Weg lesbischer Aktivistinnen der ehemaligen DDR in den 80er Jahren.

Wir haben uns immer wieder auf die Spurensuche lesbischen Lebens in der NS Zeit gemacht und konnten im Laufe der Zeit einiges an Forschung und Wissen zusammentragen, das uns zu diesem Schritt veranlasst hat. Wir sind auf Namen und Schicksale gestoßen, die wir betrauern – und auf die Erkenntnis, wie Lesben ausgegrenzt, stigmatisiert und auch ermordet wurden. Die Ablehnung lesbischen Lebens  nach dem Nationalsozialismus hat  die Unsichtbarkeit von homosexuellen Frauen weiter vorangetrieben. Es wird letztlich nicht mehr zu klären sein, wie viele Lesben unter den, als sogenannt „Asozial“, „Kriminell“ oder „Verrückt“, vernichteten Frauen waren. Aber so wie es uns heute gibt, hat es lesbische Frauen auch in der Zeit der NS-Diktatur gegeben. 

Im annektierten Österreich wurden lesbische Handlungen strafrechtlich verfolgt und in Deutschland wurden bereits 1933 Treffpunkte, Zeitschriften, Bücher für lesbische Frauen von den Natio-nalsozialisten verboten und zerstört.

Wir haben im Juli 2016 einen offiziellen Antrag für die Gedenkkugel an die Gedenkstätte Ravensbrück gestellt, der bis heute nicht positiv beschieden wurde.

KONTAKT:          gedenkkugel[at]gmx.de