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Kugel für Neuen Gedenkort 2018

2020.10.01

In der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ein würdiges Zeichen der Erinnerung an die dort inhaftierten lesbischen Frauen errichten

Gemeinsamer Antrag auf Verankerung einer Gedenkkugel auf dem Gelände der Gedenkstätte

 

Die Initiative „Autonome feministische Frauen und Lesben aus Deutschland und Österreich“ und das „Bündnis der Initiativen zur Unterstützung der Gedenkkugel für die verfolgten und ermordeten lesbischen Frauen und Mädchen im ehemaligen Frauenkonzentrationslager Ravensbrück und Uckermark“, der LesbenRing e.V., RuT Rad und Tat - Offene Initiative Lesbischer Frauen, der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) – Bundesverband, die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, und der Fachverband Homosexualität und Geschichte (FHG) haben heute, am 01. Oktober 2020 gemeinsam einen Antrag bei der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eingereicht.

 

Im Anschreiben an die Stiftung heißt es:

„Mit diesem Schreiben wenden wir uns erneut an Sie wegen unseres Anliegens, in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ein würdiges Zeichen der Erinnerung an die dort inhaftierten lesbischen Frauen zu errichten. In ihrer Pressemitteilung vom 11. November 2018 hatte die Stiftung die Initiativen, die sich seit langer Zeit für ein solches Zeichen einsetzen, aufgefordert, „sich auf einen gemeinsamen Antrag zu verständigen, der den bisherigen Diskussionsverlauf berücksichtigt.“

Nach Gesprächen wurde sich auf eine gemeinsame Inschrift geeinigt. Sie soll lauten:

„In Gedenken aller lesbischen Frauen und Mädchen im Frauen-KZ Ravensbrück und Uckermark.

Sie wurden verfolgt, inhaftiert, auch ermordet.

Ihr seid nicht vergessen.“

Darüber hinaus unterstützen zahlreiche Mitstifter*innen, Personen und Organisationen aus dem In- und Ausland das Vorhaben, ein angemessenes Zeichen der Erinnerung an die lesbischen Frauen in Ravensbrück zu installieren. Die Gedenktafel soll in Form einer Kugel, Material Ton, Ausmaß 40 cm nach einer Idee der Initiative und von der bereits aktiven Künstlerin gestaltet werden.

Wir als zivilgesellschaftliche Initiativen und Organisationen haben erfolgreich einen guten Konsens gefunden. Jetzt ist die Stiftung am Zug. Wir appellieren an die Gremien der Stiftung, nun im Herbst 2020 eine Entscheidung zu treffen, die die Realisierung dieses gemeinsamen Vorschlages ermöglicht.

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Grußadresse 2020 für die Gedenkveranstaltung Ravensbrück

Für das Gedenken sind Orte, Jahrestage und Erinnerungszeichen wichtig. 

Sie ermöglichen uns, die innewohnende Gefahr der Wiederholung von Unrecht wahrzunehmen und sich ihr entgegen zu stellen.
In diesem Sinne gedenken wir auch der lesbischen Frauen und Mädchen in Ravensbrück und Uckermark, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Ihr seid nicht vergessen!
 
Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen wurde erstmals 1981 von Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik ausgerufen. Sie erinnerten an die Schwestern Patria Mercedes, Minerva und María Teresa Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres Widerstandes gegen die Diktatur verschleppt, vergewaltigt und ermordet worden sind und zu Symbolfiguren des Widerstands wurden. Die vierte Schwester Dedé hatte überlebt und konnte
über den Kampf und das Leben der Schwestern berichten.

Das "Üri", ein überregionales Bündnis von autonomen feministischen FrauenLesben und FrauenLesbenTrans Gruppen, die sich seit 2003 regelmäßig treffen, organisiert (fast) jährlich ein Aktionswochenende zum 25. November. Schwerpunkte der Proteste waren in den vergangenen Jahren

  • die rassistische und sexistische Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen wie z.B. in den Zulieferfirmen von Tchibo und H&M,
  • die schlechte Gesundheitsversorgung von Flüchtlingsfrauen in den Asylunterkünften,
  • der Ausverkauf der natürlichen Ressourcen wie etwa Wasser und Land,
  • die Diskreminierung von Lesben in Südafrika, Ghana, Kongo oder auch der BRD,
  • die Spekulationen mit Nahrungsmitteln in der Börse,
  • die sexistische Darstellungen in der Werbung, PorNo !?,
  • die Unterstützung feministsiche Aktivistinnen, wie etwa Pinar Selek, die massiv in der Türkei kriminalisiert wird

Die Seiten 25.11.20XX geben Auskunft über die Aktionen, die seit 2003 in diesem Zusammenhang stattgefunden haben.

MEHR LESEN zu WIDERSTAND auf:  

K(r)ampfader - Die feministische Zeitung fürs ganze Quartal